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Bei Elektro-Altinstallationen auf den Sicherheitsstandard achten

Elektrischer Strom benötigt einen Hin- und einen Rückweg - eigentlich braucht es daher nicht mehr als zwei Leitungen, um Beleuchtungen oder elektrische Geräte mit Strom zu versorgen. Doch in jedem Haushalt mit einer üblichen Elektroausstattung findet man drei Drähte in der Steckdose - neben zwei einfarbigen Adern noch eine dritte, die zweifarbig in Gelb und Grün ummantelt ist. Sie nennt sich "Schutzleiter" und dient der Sicherheit, denn sie kann bei Schäden an der Elektroinstallation oder an den angeschlossenen Geräten gefährliche Stromschläge verhindern.

 

 Allerdings genügt dafür nicht alleine eine klassische "Sicherung", denn diese schützt vor allem die Leitungen und Geräte, Menschen oder Tiere aber nur unzureichend. Einfache Sicherungen bieten keinen ausreichenden Schutz Dafür sind zusätzlich sogenannte Fehlerstrom-Schutzschalter erforderlich, die für neue Installationen zumindest in Feuchträumen bereits seit 1984 und für die meisten Wohnhaus-Neuinstallationen seit 2009 vorgeschrieben sind.

Eine Umrüstung von Altanlagen hingegen verlangen die Normen nicht. Doch vor Schaden schützt dieser "Bestandsschutz" die Bewohner eines Hauses mit Uralt-Elektroinstallationen natürlich nicht - besonders Anlagen mit nur zwei Leitern und ohne Schutzleiter sollten daher unbedingt überprüft und erneuert werden, rät Dipl.-Ing. Stefan Fassbinder, Fachmann für Elektrotechnik beim Deutschen Kupferinstitut Berufsverband e.V. "Die Mehrkosten einer dreiadrigen Leitung gegenüber zweiadrigen Installationsleitungen betragen im Übrigen nur wenige Cent pro Meter." Aus Sicherheitsgründen wird innerhalb von Gbäuden schon seit langer Zeit nur noch Kupfer eingesetzt, das ein hervorragender Stromleiter ist.

Altanlagen nicht geeignet für heutige Komfort- und Sicherheitsansprüche

Elektroinstallationen auf dem Stand vor 1974 entsprechen auch in anderer Hinsicht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Verbraucher nutzen heute weitaus mehr elektrische und elektronische Geräte und benötigen daher wesentlich mehr Steckdosen als noch vor 30 oder 40 Jahren. Typischerweise finden sich dann in unsanierten Altbauten viele Verlängerungskabel mit Mehrfachsteckdosen, die wiederum selbst zur Gefahrenquelle werden können. Zum einen bilden sie Stolperfallen und werden leichter beschädigt als Unterputz-Kabel. Und zum anderen sind die Stromkreise und Leitungsstärken von Altinstallationen oft gar nicht auf den Strombedarf von heute ausgelegt.

Wie erkennt ein Fehlerstrom-Schutzschalter Fehler?

Der Strom, der zu einem Elektrogerät fließt, muss genauso groß sein wie der zurückfließende Strom. Vereinfacht ausgedrückt, macht ein Fehlerstrom-Schutzschalter nichts anderes als hin- und rückfließenden Strom zu vergleichen und bei Abweichungen sofort abzuschalten. Solche sogenannten Differenzströme entstehen zum Beispiel, wenn durch einen Menschen oder eine beschädigte Isolierung Strom nicht zurück-, sondern in die Erde abfließt.