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Im "Netzwerk Haus" nicht an der Elektroinstallation sparen

Moderne Häuser sind hoch vernetzt und haben einen entsprechend hohen Anspruch an die Installation von Elektro und Kommunikationsleitungen. Wer bei einem Neubau oder einer umfassenden Sanierung zukunftssicher planen will, der kann sich an den Ausstattungsklassen der RAL orientieren. Anhand der Klassen kann man den eigenen Bedarf gut abschätzen, zudem gibt es konkrete Planungshilfen etwa zu Anzahl und Lage von Steckdosen in jedem Raum. Da die Elektroinstallation nur einen Bruchteil der Gesamtkosten eines Hausbaus ausmacht, lohnt es sich nicht, hier an der falschen Stelle zu sparen.

Beleuchtung und Kühlschrank, Unterhaltungselektronik, Tablet und Smartphone, intelligente Heizungssteuerung und Haustürüberwachung, LAN und Hausautomation: Moderne Wohnhäuser sind hoch vernetzt. Der Anspruch an ihre Elektro- und Telekommunikations-Infrastruktur ist daher weit höher als noch vor einigen Jahren. Ein paar Steckdosen pro Raum, eine Dose für Radio und Fernsehen und ein Telefonanschluss im Flur reichen schon lange nicht mehr aus, um heutige Komfort- und Kommunikationsbedürfnisse zu erfüllen. Im Rahmen eines Neubaus oder einer Grundsanierung sollte man daher nicht an der Netzwerktechnik im Haus sparen, sondern zukunftssicher planen.
Sichere Planung mit den RAL-Ausstattungsklassen
Anhand der Ausstattungswerte des Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung (RAL) können sich Bauherren und Modernisierer schnell einen Überblick über ihren Bedarf verschaffen, mehr Infos dazu gibt es zum Beispiel bei der Initiative Elektro+. Die Ausstattungsklassen sind von einem bis drei Sternen eingeteilt. Hinzu kommen Ausstattungsmöglichkeiten, bei denen bereits Funktionen der Gebäudeautomation mit eingeplant sind. Nach wie vor ist Kupfer das einzige Metall, das den Normen für sogenannte Endstromkreise, also den Elektroleitungen im Haus, entspricht. Dafür verantwortlich sind Eigenschaften wie geringer elektrischer Widerstand, der Leitungsverluste gering hält, und die Biegefestigkeit, die Kupferleitungen langlebig und zuverlässig macht. Zudem ist die Ausstattung mit Kupferleitungen erschwinglich.
Etwas mehr Aufwand am Anfang erspart teure Folgekosten.

Rund drei Prozent der Bausumme müssen Bauherren für eine 1-Sterne-Ausstattung einrechnen, für 2-Sterne-Niveau sind es rund vier Prozent, für 3 Sterne etwa 4,9 Prozent der Gesamtkosten. Im Vergleich zur voraussichtlichen Nutzungsdauer, die bei 30 Jahren und mehr liegt, sind die Kosten vergleichsweise gering. Muss man dagegen später nachrüsten, ist der Aufwand wesentlich höher, oder die Bewohner müssen sich mit dauerhaften Notlösungen wie Verlängerungskabeln und Mehrfach-Steckdosen herumärgern. Sinnvoll ist es auf jeden Fall, genügend Leerrohre in allen Räumen einzuplanen. Dadurch lassen sich Elektrokabel oder Kommunikationsleitungen auch nachträglich mit überschaubarem Aufwand einbauen, ohne dass neue Schlitze in die Wand geklopft werden müssen.
Im Haus unterscheidet man fest in der Wand verlegte und ortsveränderliche Leitungen. Feste Leitungen besitzen in der Regel einen massiven Kupferkern, Aluminiumleitungen sind nach Euronormen nicht zulässig. Im Einfamilienhaus kommen vor allem Leitungen mit festem Kupferkern und Querschnitten um 1,5 Millimeter zum Einsatz, für den E-Herd Querschnitte um 2,4 mm. Haushaltsgeräte, die bewegt werden können oder "ortsveränderlich" sind, benötigen flexible Kupferleitungen. Hier setzt man Litzen ein, die aus vielen dünnen Kupferdrähten bestehen und deutlich bruchfester sind.